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05.06.2013

Washup

Es tut sich etwas. Der Minister erklärt dem Verteidigungsausschuss, dass er keine Fehler mache, weil er gar nicht wisse, was in seinem Haus vor sich geht und auch nicht informiert werde.

Die Entpflichtung zum 1.6. hat begonnen und das BVerwG befasst sich bereits damit.

Die Flucht aus dem Dienst setzt sich beim hochqualifizierten fliegenden Personal fort. Der Einsatz muss unter befohlener Einsatzverpflichtung von Ausbildern sichergestellt werden.

Weiterer Personalschwund soll verhindert werden, in dem das StrkAnpG nicht mehr angewendet wird, sondern die Soldatinnen und Soldaten in die Kündigung getrieben werden.

Das CH 53 Blog wird eingestellt: http://www.ch53blog.com/2013/06/abschiedsworte.html?spref=fb

Der Bundesvorsitzende

15.05.2013

Fernsehtipp

Ausnahmsweise gebe ich an dieser Stelle einen Fernsehhinweis: Am 16.5. erfolgt im Bundestag die Regierungserklärung zur Neuausrichtung der Bundeswehr.
Die Veranstaltung wird unter anderem auf Phönix live übertragen. Es beginnt um 0900 Uhr mit der ca 20 minütigen Erklärung des Ministers. Anschließend sind 90 Minuten für die Debatte vorgesehen. Es lohnt sich also ab 0920 Uhr den Fernseher anzuwerfen. Obwohl der Minister den Zeitpunkt der Veröffentlichung des "Aus" für den Eurohawk geschickt gewählt hat (in der Hoffnung, dass sich alle auf dieses Thema stürzen und er die Schuld locker auf seine Amtsvorgänger abwälzen kann), wird es sehr unangenehme Fragen durch die Opposition zur Neuausrichtung geben.
Der Bundesvorsitzende

08.05.2013

Bericht des BMVg zur Neuausrichtung

Pünktlich zum Vatertag hat das BMVg den Bericht zur Neuausrichtung der Bundeswehr veröffentlicht. Das überraschende Ergebnis:"Alles ist gut und wird noch besser". Jetzt könnte man das Papier gleich wieder zur Seite legen, wenn nicht einige besondere Schmankerl enthalten wären:
Ab 2014 wird eine erste Evaluierung der Neuausrichtung dort durchgeführt, wo dann auf belastbare Erfahrungen aus dem Wirkbetrieb zurückgegriffen werden kann. Untersucht werden Prozesse und Strukturen der Neuausrichtung daher zunächst im BMVg und auf der diesem nachgeordneten ersten Ebene. Im Ergebnis werden ggf. Feinjustierungen in Einzelbereichen der Organisation auf diesen Ebenen stehen, jedoch keine Generalrevision der Neuausrichtung.(Seite 60 f)
Da kann man lernen, wie Evaluierung funktioniert: Man prüft die obersten beiden Ebenen und gibt das Ergebnis vor: keine Generalrevision.
Ein weiterer wesentlicher Schritt zur Ausbalancierung von Strukturen und Prozessen ist die bereits begonnene Erarbeitung und langfristig angelegte Einführung eines Bundeswehrgemeinsamen Selbstverständnisses. Dieser Prozess öffnet den Blick auf die geistige Dimension der Neuausrichtung – über die strukturelle Dimension hinaus – und schafft zugleich die Grundlage für die zielgerichtete Weiterentwicklung der
Organisationskultur. (Seite 61 )

Die geistige Dimension der Neuausrichtung. Die Erarbeitung und langfristig angelegte Einführung eines Bundeswehrgemeinsamen Selbstverständnisses. Tja, das hatten wir also nicht. Wir kannten es nicht einmal, sonst müsste es ja nicht erarbeitet werden. Ist der Begriff "Team Luftwaffe" eigentlich schon verboten? Ich freue mich jedenfalls auf das Ergebnis der Arbeitsgruppe "Bundeswehrgemeinsames Selbstverständnis" und dessen Veröffentlichung.
Und für die Naiven: Nein es steht nicht in dem Bericht was, warum besser funktionieren wird :-))))
Schönen Vatertag
Der Bundesvorsitzende


 

07.05.2013

"Wir brauchen mehr unbequeme Menschen"

Dieses Zitat der Theologin Margot Käßmann wird besonders die nicht erfreuen, die bisher davon profitieren, dass Menschen lieber bequem sind und die jetzt vielleicht befürchten müssen, dass mehr Menschen unbequem werden. Aber was ist eigentlich ein unbequemer Mensch? Ein Mensch der keine Ruhe gibt? Der seine Wahrheit wieder und wieder an die Öffentlichkeit trägt? Ein Mensch der Ungerechtigkeit Ungerechtigkeit nennt, ohne Rücksicht, ob von dieser Ungerechtigkeit auch Menschen profitieren? Ein Mensch, der unerschrocken für seine Ideale eintritt? Ein Mensch, der kritisch hinterfragt? Ein Mensch, der sich nur mit Antworten zufrieden gibt, die er auch verstehen kann?

Die Neuausrichtung der Bundeswehr hätte diese Menschen gebraucht. Menschen, die im Sinne des Ganzen aufstehen und hinterfragen. Menschen, die nicht nur Managersprüche klopfen, sondern schlüssig erklären können was, warum und auf welche Weise besser werden kann. Menschen, die an Hand von Rechnungen belegen können, dass Ersparnisse nicht nur behauptet sind. Wo waren diese Menschen?
Am Beispiel des Fähigkeitstransfers lässt es sich aufzeigen, wie der Mangel an unbequemen Menschen den Steuerzahler viel Geld kostet und der gemeinsamen Aufgabe schadet. Mittlerweile ist der Fähigkeitstransfer gegen jeden Rat der Fachleute vollzogen. Die Fehler beginnen sich auszuwirken und man sucht nach "gesichtswahrenden" Lösungen. Und hier wage ich mal wieder eine Prognose:
Niemand wird erwarten, dass man den Transfer zurückdreht. Dabei würde man die verantwortlichen Entscheider der Häme preisgeben, die unsere Fehlerkultur mit Fehlentscheidungen verbindet. ( Es ist schon bezeichnend, dass bei uns solche Entscheidungen maximal "unzweckmäßig" genannt werden.) Nein, man wird alle Kräfte unter ein Kommando bündeln. Aber es jetzt zu tun, käme einem Eingeständnis des Fehlers gleich. Auch nach der Wahl wäre die Situation nicht anders. Was gebraucht wird ist ein zusätzlicher Aspekt: eine neue Lage! Diese neue Lage wird man dadurch schaffen, dass im EP 14 weiter gekürzt wird. Schon hat man einen "gesichtswahrenden" Anlass, zu tun, was man schon 2011 hätte tun müssen. Dass durch diesen (Zitat Wehrbeauftragter) Unfug hunderte von verdienten Besatzungsmitgliedern "entpflichtet" wurden und viele hochqualifizierte Bundeswehrangehörige mittlerweile eher kündigen, als weiter Dienst zu leisten, sollte doch das Gesicht eines Entscheiders auf jeden Fall Wert sein. Oder?

Die Neuausrichtung der Bundeswehr hat-und das nicht nur bei den fliegenden Besatzungen- die Motivation der Bundeswehrangehörigen neu ausgerichtet. Ausgerichtet auf ein historisches Tief. Motivation ist ein offensichtlich bei den Überlegungen zur Neuausrichtung nicht vorkommender Begriff gewesen. Ein Kardinalfehler. Und das bei einer Führung, die reklamiert, den Menschen in den Kern der Überlegungen zu stellen.
Da treten andere Fehler in den Hintergrund, wie z.B. munter Verbände aufzulösen und keinen Gedanken daran zu verschwenden, wo das Material bleiben soll, oder lustig Liegenschaften zu belegen, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, woher das Geld für die noitwendige Infrastruktur kommen soll, oder die Sollstärken der Verbände bei nicht nur gleichen, sondern umfangreicheren Aufträgen zu reduzieren, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, wie das zu schaffen sein soll, oder den Personalkörper bei immer stärker werdender Spezialisierung zu verkleinern und gleichzeitig der  Notwendigkeit Rechnung tragen zu müssen, dass zum Erreichen der Durchhaltefähigkeit jeder Dienstposten 6-fach abgebildet sein muss..eine Liste, die sich fortführen ließe...
Nun ja...tragen wir als nächstes die Heeresfliegertruppe zu "Grabe" und schauen wir, wer das folgende Opfer der Neuausrichtung wird und.....hoffen wir auf unbequeme Menschen!
Der Bundesvorsitzende




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