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27.10.2012

Sicherheitspolitisches Forum in Minden

Ein kurzer Bericht in Rednerreihenfolge über meine heutige Teilnahme beim 19. Sicherheitspolitischen Forum in Minden:
Der 2.stv BV des DBwV, Andre Wüstner,  trug gewohnt professionell zum Thema Wirtschaftlichkeit vs. Menschlichkeit vor. In Bezug auf eine erfolgreiche Umstrukturierung resümierte er die Notwendigkeit beide Bereiche gleichwertig zu beachten. Der Zusammenhang zwischen Attraktivität, Motivation und Auftragserfüllung wurde deutlich herausgearbeitet.
Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, dem es nicht an Themen mangelt, so dass er sicherlich auch sechs Stunden Redezeit problemlos füllen könnte, schloß thematisch direkt an die Ausführungen Wüstners an. Bemerkenswert ist seine Aussage zum Beurteilungssystem, das er - nicht nur im Gefolge der verwaltungsgerichtliche Urteile - als unzweckmäßig bezeichnete. Die grundlegende Kritik am unflexiblen System der Personalführung wird durch die Praxis in der nächsten Zeit sicherlich argumentativ weiter untermauert werden.
Im Anschluss sollte ein Vertreter von EADS zu der wirtschaftlichen und politischen Bedeutung der Luftfahrtindustrie referieren. Da er verhindert war, sprang Dr. Stuckey vom Brandenburgischen Institut für Gesellschaft und Sicherheit ein und hielt einen Vortrag über Lufttransport zur Hilfeleistung. Für mich etwas off topic, da Parallelen zum EATC nicht gezogen werden können.
StS im Finanzministerium Kampeter gab dann eine "Regierungserklärung" zum Thema " Die globale Wirtschafts- und Finanzkrise als Herausforderung für Sicherheits- und Finanzpolitik."
Den Vortrag des Inspekteurs der Marine habe ich mir nach den Erfahrungen mit Inspekteurvorträgen geschenkt.

Bewertung: Wenn das Forum, dessen Resonanz, wenn man sie an der Teilnehmerzahl bemisst, durchaus verbesserungswürdig ist, zukünftig noch Interesse finden soll, dann gilt es nicht nur prominente Vortragende zu gewinnen, sondern auch dafür zu sorgen, dass die Vorträge entsprechende Substanz aufweisen.
Hier setzt meine Kritik bei StS Kampeter an. Der Vortrag war eine reine Rechtfertigung der Finanzpolitik der Regierung und hatte keinen konkreten Bezug zur Sicherheitspolitik. Befremdlich war für mich, dass er das intellektuelle Volumen der Teilnehmer offensichtlich als so gering einschätzte, dass er z.B. eine Insolvenz Griechenlands mit dem Zusammenbruch des gesamten Währungsverbundes gleichsetzte, ohne auch nur den Ansatz einer Ableitung dieser Aussage zu liefern.

Organisatorisch hat mir nicht gefallen, dass der eigentliche Wert solcher Veranstaltungen- die Möglichkeit zum Pausengespräch- dadurch konterkariert wurde, dass die Vortragenden in "Isolationsverpflegungseinnahme" geladen wurden.
Der Bundesvorsitzende
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