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26.10.2010 Der Bericht der Strukturkommission Bundeswehr in der Presse

In Ergänzung zu dem Beitrag gestern, habe ich heute die online-Nachrichten dazu ausgewertet. Alle Medien stellen das bedauernswerte Schicksal der Bonner Angehörigen des Ministeriums, die vielleicht nach Berlin verlagert werden, heraus. Damit ist ein hervorragender Nukleus geschaffen, um den herum dann die wirklich einschneidenden Maßnahmen der Strukturreform- wohl von der Öffentlichkeit kaum beachtet- umsetzen zu können. Die Soldatinnen und Soldaten, die in größerer Anzahl unter den--und hier gilt es zu betonen- von ihnen nicht zu verantwortenden Veränderungserfordernissen leiden werden, finden in den Medien keine Erwähnung.
Zum Bericht :
Bemerkenswert ist allemal, dass die Beschaffung des NH 90 als anchor für die Einleitung des Berichtes diente. Für die Jüngeren unter uns: der Eurofighter hieß einmal Jäger 90.
Jedoch: in dem Bericht sind viele Aussagen enthalten, die unterstreichenswert sind. Das gilt besonders für die Aussagen der Kategorie "Schlechtes muss besser werden".
Bei den konkreter gefassten Aussagen, wie z.B. dem Bekenntnis zu den Bw-Universitäten, Militärgeschichtliches Forschungsamt,Sportschulen usw.. ist interessanter, welche dort nicht aufgeführt sind.
Führung- und Organisation: Hier greift der Bericht zu kurz. Während die Ministeriumsorganisation stringent erscheint, es aber fraglich ist, ob diese Aufgaben mit so deutlich verringertem Umfang leistbar sein können, wird auf der nachgeordneten Ebene an tradierter TSK-Einteilung festgehalten und lediglich empfohlen Fähigkeitskommandos einzurichten. Ist es nicht eine isolierte Betrachtung, die Kräfte für einen Einsatz modular zu generieren? Ist Kohäsion nicht wesentliche Voraussetzung für Wirksamkeit im Einsatz und nur durch gemeinsames Ausbilden und Üben leistbar?
Train as you fight.
Das zentrale Thema Beschaffung ist nach meiner Ansicht nicht umfassend analysiert, bzw gibt der Bericht die Analyse nicht hinlänglich wieder. Die resultierende Forderung nach einer zentralen Beschaffungsagentur ist vor dem Hintergrund des mangelnden Erfolges der bestehenden Beschaffungsagenturen nicht schlüssig. Besonders bin ich gespannt auf die Umsetzung der Forderung nach der Zusammenfassung übergreifender Fähigkeiten und Funktionen in Fähigkeitskommandos und Kompetenzzentren. Nach dem bisherigen Stand der Planung liegen die Streitkräfte bei den Drehflügern da nicht auf Kurs.
Ich möchte hier auch nicht damit hinter dem Berg halten, dass der Bericht in dem Abschnitt "den Übergang gestalten" wenigstens eine meiner Kernforderungen wiedergibt: "Der Kommunikation kommt eine zentrale Rolle zu, um Ziele und Vorgehen verständlich zu machen, aber auch die Erfahrungen in der Bundeswehr für die Transformation zu nutzen."
Wir warten ab, ob die Vielzahl der erforderlichen Gesetzes- und Verordnungsänderungen und der immense Finanzbedarf der Vorschläge den Bericht relativieren.
Der Bundesvorsitzende

 

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